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Ira

Ira's Blog

My favourite books and the books I write. And the daily life.

Die Bücher, die ich lese. Die Bücher, die aus meiner eigenen Feder stammen. Das tägliche Leben.

— feeling smile
Cold Britannia Release
Cold Britannia Release

Das alte Jahr hat meinem neuen Buch 5 Sterne vorausgeschickt. Ich bin stolz, euch Cold Britannia zu präsentieren.

It's Christmas Time ... Leseprobe Cold Britannia #3

Ab heute kann "Cold Britannia" bestellt werden. Um eure Neugier zu wecken, gebe ich euch das letzte Snippet zu lesen.

Jahreswechsel 1984/85 vor dem Zechentor.Durch den fast schon 10 Monate andauernden Streik sind die Bergarbeiterfamilien in Not geraten. Selbst der traditionelle Truthahn am Weihnachtstag wirkt wie ein Luxus. Trotzdem sind sie bereit, weiter durchzuhalten und um ihre Arbeitsplätze zu kämpfen.Übrigens, ich habe noch eine Trivia zu dem wohl am meisten gespielten Weihnachtssong "Do They Know It's Christmas?" Richtig, er wurde von Band Aid eingespielt, um Spenden für die hungerleidende Bevölkerung in Biafra zu sammeln. Allerdings sollte in Großbritannien mit der Aktion und dem Fokus auf den Hunger in Afrika von der Not im eigenen Land abgelenkt werden.

 

 

Hester verbrachte den letzten Abend des Jahres vor dem Zechentor. Sie saß neben James im Escort. Der Lamettabaum leuchtete bunt. James stieg aus und stellte sich zu den Streikposten.

„Unser Vorsitzender“, empfingen sie ihn und applaudierten.

Der Applaus, wie Hester hörte, kam von weniger Händen. So viele wie früher standen nicht mehr vor dem Tor. In der sicheren Entfernung hinter blinkenden Absperrungen vertraten sich Polizisten die Füße. Unheimliche gelbe Augen, die in die Kälte hineinfunkelten. Hester öffnete die Beifahrertür. Die Kirchenglocken läuteten. Mitternacht.

„Ein gutes Neues Jahr“, wünschten die Kumpels einander, und auch James.

Sie kam zu ihm. Über ihr leuchteten die Sterne. Der Frost hauchte die Scheiben an. Der Lamettabaum flimmerte und die Absperrungen blinkten. Das Feuer in den Tonnen leuchtete Gesichter aus. Da stand ihr Vater.

„Wie geht’s?“

Hester holte Atem. Und auch nicht, denn das beklemmende Gefühl, was sie vom letzten Glockenschlag an erwartete, steckte in ihrem Hals fest. 1985 lag vor ihr, um bedrohlich aus der Schwärze vor ihr aufzustehen. Sie blickte noch einmal auf ihr 1984 zurück. Dieses Jahr würde sie gewiss in Erinnerung behalten, ging es nicht nur um ihr Schicksal, sondern um den Wendepunkt in einer langen Geschichte eines alten Landes. 


... 

 

Bald könnt ihr selbst weiterlesen!

 

 

Wenn Menschlichkeit zu Kälte wird, Recht zu Unrecht und der Staat zum Feind …

Als im Frühjahr 1984 die britische Regierung die landesweite Schließung der Kohlebergwerke bekannt gibt, ruft die Gewerkschaft zum Streik auf. Auch die Kumpels der „Umbrage“-Zeche in Nordengland legen die Arbeit nieder und folgen ihrem Anführer James Thornton, genannt Red Jim. In seinen eigenen Reihen gibt es Verrat und Abtrünnige, die seinen Kampf für die Bergleute erschweren. Mehr als eine Verbündete in der gemeinsamen Sache ist ihm die eigensinnige Hester.

Mit der Journalistin Phyllis Bundle und dem Wirtschaftsboss Alan Delaney hat James einflussreiche Feinde.

Bald kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht und der Streik wird zu einem langandauernden Konflikt, der das Land spaltet und den nur eine Seite gewinnen kann.

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Nur noch ein Monat, bis "Cold Britannia" an den Start geht. Der Roman über den Britischen Bergarbeiterstreik 1984/85. Ein Hauch von 80er-Retro, Gefühlsturbulenzen und große Szenen, die in die Geschichte eingingen.

Hier stelle ich euch die zweite Leseprobe aus "Cold Britannia" vor. Wir befinden uns im Juni 1984 und die "Battle of Orgreave" ist in vollem Gang."

Heute in genau einem Monat ist Erscheinungstermin! Ihr kennt den ersten Snippet. Der Streik beginnt und die Regierung rüstet sich mit Polizei und Sondereinheiten gegen die Kumpels. Wirtschaft und Medien fahren ebenfalls scharfe Geschütze gegen die Gewerkschaft und die Streikenden auf. Die Regierung lässt Kohle aus dem Ausland (auch aus dem damals kommunistischen Polen) importieren.

Ein Höhepunkt ist die Besetzung der Kokerei Orgreave, wo die importierte Kohle ankommt. Es ist ein heißer Tag im Juni 1984. Ich erzähle die gesamte Szene aus der Perspektive von Phyllis und Christopher auf der einen Seite, sowie Hester und James auf der anderen. Hier ein Ausschnitt - komplett ab dem 01. Januar.

 

  Die Berittenen trieben die ersten Reihen auseinander. Hester hörte, wie Knüppel gegen Knochen prallten. Staub wirbelte auf. Sie suchte James‘ Hand, und gleichzeitig fasste sie ihren ganzen Mut zusammen. Schultern und Ellenbogen stießen sie, und sie schaltete wie auf ein anderes Programm um. Die Hubschrauber, die Sirenen, das Gebrüll, es zog an ihr vorbei. Lange Stöcke, Kinnriemen, schwarze Monturen, Handschuhe, Schilder. Ein Ziegelstein flog. Milchflaschen zerbarsten auf Schildern. Brocken und Scherben zu Hesters Füßen. Sie wünschte sich, sie hätte ihre Stiefel angezogen. Wegen der Hitze hatte sie es nicht getan.

James versuchte, sie mit seinem Körper zu schützen, als jetzt auch die Schlägertrupps Reihe für Reihe auseinandertrieben. Ein Mann riss Hester beinahe mit, als er unter den Knüppeln zu Boden sank. Er pinkelte in die Hose. James fing Hester auf und drückte sie fest an sich. Er bückte sich, hob die Splitter eines Ziegelsteins auf und steckte sie ein. Hester spürte einen Schubs in ihrem Rücken. Sie drehte sich um. Vor ihr hob jemand den Knüppel. Die Zeit hielt an. Hester wollte rennen, doch ihre Beine bewegten sich nicht. Er zögerte, senkte den Arm und wandte sich ab. Ein dumpfer Schlag, einer von vielen, die nächsten Salven. Irgendwo klirrte eine Fensterscheibe.

Pferde wieherten und bäumten sich auf. Ihre Reiter bändigten sie und zogen an den Zügeln. Schaum lief den Pferden aus den Mäulern und spritzte umher. Das Hufgetrappel kam näher. Hunde bellten. Männer schrien, strauchelten, gerieten unter die Hufe. James griff in die Tasche und warf die Ziegelbrocken auf die Reiter.

„Jetzt lauf so schnell du kannst!“, rief er Hester zu.

...

 
 

Wenn Menschlichkeit zu Kälte wird, Recht zu Unrecht und der Staat zum Feind …

Als im Frühjahr 1984 die britische Regierung die landesweite Schließung der Kohlebergwerke bekannt gibt, ruft die Gewerkschaft zum Streik auf. Auch die Kumpels der „Umbrage“-Zeche in Nordengland legen die Arbeit nieder und folgen ihrem Anführer James Thornton, genannt Red Jim. In seinen eigenen Reihen gibt es Verrat und Abtrünnige, die seinen Kampf für die Bergleute erschweren. Mehr als eine Verbündete in der gemeinsamen Sache ist ihm die eigensinnige Hester.

Mit der Journalistin Phyllis Bundle und dem Wirtschaftsboss Alan Delaney hat James einflussreiche Feinde.

Bald kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht und der Streik wird zu einem langandauernden Konflikt, der das Land spaltet und den nur eine Seite gewinnen kann.

 

 

Source: http://iraebner.blogspot.de/2015/12/die-battle-of-orgreave-leseprobe-2-cold.html
Wenn Menschlichkeit zu Kälte wird, Recht zu Unrecht und der Staat zum Feind …
Wenn Menschlichkeit zu Kälte wird, Recht zu Unrecht und der Staat zum Feind …

01.01.2016: Cold Britannia heizt dem Winter ein

 

Am 01. Januar 2016 kommt mein neuer Roman Cold Britannia in den Handel. Kurz, worum geht es?

 

Wenn Menschlichkeit zu Kälte wird, Recht zu Unrecht und der Staat zum Feind …
Als im Frühjahr 1984 die britische Regierung die landesweite Schließung der Kohlebergwerke bekannt gibt, ruft die Gewerkschaft zum Streik auf. Auch die Kumpels der „Umbrage“-Zeche in Nordengland legen die Arbeit nieder und folgen ihrem Anführer James Thornton, genannt Red Jim. In seinen eigenen Reihen gibt es Verrat und Abtrünnige, die seinen Kampf für die Bergleute erschweren. Mehr als eine Verbündete in der gemeinsamen Sache ist ihm die eigensinnige Hester.
Mit der Journalistin Phyllis Bundle und dem Wirtschaftsboss Alan Delaney hat James ein-flussreiche Feinde.
Bald kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht und der Streik wird zu einem langandauernden Konflikt, der das Land spaltet und den nur eine Seite gewinnen kann.
Ein packender und aufwühlender Roman über Menschen, die zum Äußersten gehen. „Cold Britannia“ dürfte niemanden unberührt lassen.

Macht euch einen guten Vorsatz :)

Trivia zu "Cold Britannia"

Eines Tages - Die Zeitreise beginnt mit der ersten Leseprobe

Habe das Buch gerockt - Bald kommt "Cold Britannia"

Das Buch ist fertig, ich habe die Endabnahmedatei an meinen Verlag zurückgeschickt und das Cover ist auch gemacht. Ich kann kaum erwarten, den Erscheinungstermin zu erfahren und euch die guten Neuigkeiten weiterzugeben! Es erwartet euch ein spannender Roman, der euch nicht unberührt lassen dürfte.

Keep it Going on

Source: http://iraebner.blogspot.de

Plan 2015: Noch ein Buch rocken

Source: http://iraebner.blogspot.de

My task for 2015: Rocking another Damn Book!

Source: http://iraebner.blogspot.de

Wie das Leben so spielt, mal süß, mal sauer

Das ist die neueste Rezension auf meinem Blog. Das Buch ist sehr zu empfehlen.

Zwischen den Fronten

Schwalben - Ira Ebner

Heute will ich einen weiteren Auszug aus "Schwalben" vorstellen. Es geht um Feldpost in den russischen Winter, wo Fee erlebt, dass Leben und Tod nur einen Augenblick auseinanderliegen.

P.S. Das ist noch nicht alles. Später wird es noch richtig spannend.


Tallinn, 09. Dezember 1941

 

Liebe Fee,

 

es freut mich, wieder von Dir zu hören. Mein Vater hat mir Deinen Brief nach Tallinn geschickt, wo ich mit meiner Einheit stationiert bin. Meine Einheit und auch ich unterstehen dem deutschen Kommando, wir sind Verbündete.

 

Die Russen sind nun aus Estland verschwunden und sie haben unsere Städte und Dörfer verwüstet und viele unserer Leute verschleppt und umgebracht. Wenn ich Dir berichte, wie Janeda heute aussieht, wird es Dich erschrecken. Dein Elternhaus steht noch, aber ich war bei meinem letzten Besuch kurz nach meiner Ankunft nicht selbst dort, sondern habe es nur aus der Ferne gesehen und kann Dir auch nicht viel über den weiteren Zustand berichten. Aber die Kirche hat keinen Turm mehr und sie wurde aufgebrochen und alles, was einen Wert hatte, wurde gestohlen. Und das, obwohl die kleine Pfarrei nie reich war, oder Schätze besessen hatte. Die Russen haben den Pastor mitgenommen, und niemand weiß, was aus ihm geworden ist. Ich fürchte, er lebt nicht mehr. Wie Du Dir vorstellen kannst, ist hier der Hass auf die Russen und auch ihre Unterstützer sehr groß, und man tut alles, um diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die entweder für diesen Verrat verantwortlich oder daran beteiligt waren.

 

Du und ich sind das Stück eines Weges gegangen, das uns für eine gewisse Zeit bestimmt war. Mein Weg fordert mich genauso wie Dich Deiner fordert. Jeder von uns muss ihn nun fortsetzen.

 

Liebe Grüße

Kalju

 

Die letzten Zeilen ernüchterten Fee mehr als der Zustand ihres Dorfes. Sie las viele Bedeutungen in sie hinein, die sie sich zurechtbiegen und glauben machen wollte, aber auch etwas Endgültiges. Das Endgültige setzte sich langsam und schwer wie ein Stein. Wenn es auch so klang, als läge ein Vielleicht in diesen beiden Wegen, so begann sie zu begreifen, dass keine Gabelung, kein Überqueren einer Wiese dazwischen lag, was Aber oder Wenn heißen konnte. Er war ihr auf seinem Weg bereits zu weit voraus. Der Schnee hatte die Inseln des Monds tief unter sich begraben. Sie zerriss den Brief und warf die Fetzen in den Ofen.

 

Nach Weihnachten trafen Pakete aus der Heimat ein. Auch die Quints hatten für ihre Tochter einiges zugeschickt, was sie lange Zeit nicht mehr gegessen hatte, und vor allem, warme Unterwäsche und Seife. An der Front kehrte die Normalität zurück. An einem klaren Wintermorgen, der einen blauen Himmel zauberte, als sei die Welt mit sich im Reinen, hackte Fee das Brennholz. Sie beobachtete die beiden Soldaten, die als Wachtposten abkommandiert worden waren, das Kinn bis in ihre Krägen hinein vor der Kälte eingruben und durch den Schnee stapften.

 Später hielt sie die beiden in einem Bild fest, umgeben von Fichten, deren Äste sich unter der weißen Last hinab bogen und umkreist von Krähen. Sie saß beim Frühstück mit den Sanitätern und Schwestern ihres Korps an einem blanken Holztisch, um das Kommissbrot mit Leberwurst aus der Dose und Pflaumenmus aus Weckgläsern zum rationierten Zichorienkaffee zu nehmen. Nebenan frühstückten die Soldaten, die auf ihren Tagesbefehl warteten. Während sie ihre Brotscheibe mit Wurst bestrich, hörte sie die Stimme eines kurzsichtigen Sachsen.

„Kiek mohl, da hab ich ’ne Pflaume!“, rief er belustigt.

Sie sah zum Tisch herüber. Der Soldat hielt eine tote Maus kopfüber am Schwanz. Ein dicker Tropfen Mus rann über den Mausekopf und fiel auf die Tischplatte.

 

Um die Anhöhe hinter dem Wald tobten neue Gefechte. Sowjetisches Sperrfeuer peitschte zwischen schwarzweißen Birkenstämmen. Fee, die sich mit dem Feldarzt und einigen Sanitätern zwischen den eisstarren Büschen und Ranken zu den Verwundeten durchschlug, suchte immer wieder Deckung hinter den Birken und Fichten. Ihr weißer Tarnanzug sollte ihr im Schnee Sicherheit geben. Sie rannte, die Griffe einer Bahre hinter sich hertragend, voraus. So schnell sie eben konnte, wenn der unebene Waldboden und die unterschiedliche Höhe des Schnees Aufmerksamkeit und Geschick abverlangten.

Sie sank ein, ihr Knie gab nach, und sie zog das Bein wieder heraus, um ihren Weg geradewegs zur Kampflinie fortzusetzen. Der Stahlhelm drückte mit seinem Gewicht auf ihren Kopf, und außerdem verrutschte er immer wieder, weil er zu groß für sie war. Wieder prasselte eine Maschinengewehrsalve in den Wald hinein, pfeifend schlugen die Kugeln an den Stämmen vorbei, prallten ab und schlugen quer.

Sie gab ein Zeichen mit der Hand an ihren Hintermann und warf sich flach auf den Boden. Die Deutschen, die versuchten, die Anhöhe zu halten, erwiderten mit einer Granate. Fee spürte die Erschütterung durch den Boden, auf dem sie lag, obwohl sie gut hundert Meter weiter abgefeuert worden war.

„In Deckung bleiben!“, rief der Arzt. „Quint, was sehen Sie mit Ihrem Feldstecher?“

Sie nestelte unter ihrer Brust nach dem Feldstecher, zog ihn heraus und spähte zur Anhöhe. Sie sah die Soldaten an den Geschützen, sie luden eines nach, das andere feuerte gerade eine weitere Granate ab. Der Schnee tränkte sich unter einem Soldaten rot. Er lag mit ausgerenkten Gliedern an der Böschung, eine aufgetürmte Schneewehe hielt ihn zurück, dass er den Hang nicht herabrollte. Die Detonationen hatten die gefrorene schwarze Erde aufgeworfen. Ein anderer, der ebenfalls am Boden lag, sein Gewehr weit neben sich, bewegte sich noch. Es kam ihr vor, als versuchte er sich irgendwie vorwärts zu bewegen, was er aber nicht schaffte.

„Zahlreiche Verwundete“, antwortete sie und reichte dem Arzt den Feldstecher weiter.

Sie spürte vor Kälte ihre Fingerspitzen kaum noch und ihre Zehen schienen im Inneren der Stiefel festgefroren zu sein.

„Wir müssen zu ihnen vordringen“, sagte der Arzt. „Vor allem, dass uns keine russische Kugel trifft.“

Er gab ihr den Feldstecher zurück und nickte ihr zu. Los. Er hob die Hand. Die russischen Kugeln und Granaten machten ihr keine Angst. Sie sah sich an einem Punkt in ihrem jungen Leben, an dem sie es als gelebt betrachtete und ihm jeden Sinn absprach. Auf das Zeichen des Arztes hin hob sie die Griffe der Bahre an und preschte weiter durch den Schnee, bis sie den Fuß der Anhöhe erreichte.

Sie nahm die weiße Fahne von ihrem Hintermann entgegen, stieg an den Toten und den Verletzten vorbei, keuchte atemlos vor Anstrengung und der eisigen Luft, und erreichte die Kuppe.

Ne strjeljaitje!“, schrie sie und schwenkte die Fahnen. „Nicht schießen!“

Source: http://iraebner.blogspot.de/2014/07/zwischen-den-fronten.html

iraebner.blogspot.de/2014/05/soaring-like-swallows.html

iraebner.blogspot.de/2014/05/der-sommer-der-schwalben.html

Of Authors and Bloggers

Recently I came across the contribution of a blogger which had really appealed to me, since I haven’t been here long. It was good and important to learn what’s going on "behind the scenes" of the blogger world, but I think it runs from the same anywhere, whether in business, or in larger group mergers. I was certainly not deterred, because I'd rather stick to the good examples. From the view of a writer, I can really tell a lot.

 

I noticed on the contribution that the author believes in the “big family”. I also believe in that. The ideal situation would be that there is cohesion, solidarity and collegiality and that we deal honestly, respectfully with each other and are cooperative to support each other. The article speaks to both sides, bloggers as well as authors. And since I’m on both sides, blog what I’d barely bring in my books, I can give you some wonderful, but also strange examples. I’m aware of the risk that I might feed me a slate, but I also feel that I might also speak some from the soul.


From the perspective of the author, that's what I’m for a longer time, I can look back on many things. I have great friends who also write and I have a good and warm relationship. It’s great to share thoughts, ideas, give feedback and hints to help each other and to talk with someone about how the new novel is going on. To whom will you talk otherwise and who understands you? I have also friends who aren’t authors, but who support me, are well-meaning critical and I in doubt I ask them about their opinion and get their assistance when it comes to facts or to ensure the accuracy of a name, or the pronunciation of a word. Luckily, and I’m blessed.


Again I’d like to quote the “big family” for the authors, as the word “family” has something . That’s where you feel to belong to, are part of a community that has its own interest. The interest of the family of the “minor” writers - so we all who haven’t placed our works in any major book publisher , and only have a small publishing house, or are self- publishers - should be a shared, a different way to go and to be free with our creativity. This other way isn’t the easiest , the author does everything alone, goes to the papers, goes to the bookstores, shares on Facebook, is in the social networks , blogs, and organizes the own readings. I also know the groups in the social networks that are based on a well-intentioned idea of an author to support each other, but there’s hardly anything out there and so you’re again planning your next reading on your own. The will to the family would be there, but unfortunately, it often runs in the sand. Will you rely on someone else to do you a favor?


Nitty gritty co-operation. I have never heard that there’s a rule among writers to work against each other. But unfortunately I’ve experienced it. Can it be that a certain rivalry begins when it comes to the quality of the reviews and the number of book sales? Is there a sectarian thinking, which is limited to the particular genre? On the contrary, I’m happy that men enjoy reading my books. But I don’t think in those genres and grab the colleagues in drawers. I prefer no borders and limits, because that’s counterproductive. Perhaps it’s also due to the shallowness of the business, and so it’s in every business where people are creative, whether in film, on stage, in art or in fashion. That’s too bad. Some colleagues have a huge urge to communicate, post incessantly self-promotion and every single review. Nice to have a review and even better if it comes along with 5 stars. If author X has published a new novel, wonderful and you can only wish good luck. But braggart and infomercials aren’t popular always and everywhere. Is it any wonder that self-promotion is no longer requested in many forums? I can understand it.


I’ve noticed a special paragraph in the blogger’s contribution. She writes from the other side of the coin, the authors and the bloggers. What I’ve read has wrested me a shake of the head. It’s embarrassing when authors offend bloggers, because they get a bad review, or because they get the answer that blogger A has no time to read the book. Maybe opposing views are colliding?


I want to anticipate that thanks to the cooperation with bloggers other options were open and I’ve won new readers. I’ve got nice and interesting contacts with bloggers and appreciate them very much. It goes beyond reviews and interviews. I had a living room reading at a blogger’s home , which was well received by all. The atmosphere was solved by more informal discussions and to meet new people. Such ideas should continue to live, because it takes more than the familiar, namely creativity and individuality. But I also know that it's now become more difficult to attract an audience. Either it rains, the sun shines , it’s Sunday or Monday,  Olympics or couch - how will you motivate people? My appreciation for those who continue to make it and believe in their ideas.


When I read that bloggers are offended by authors, I remembered the case of another blogger. Last year, I read on Facebook that she wanted to give up her blog, because she was insulted by authors for critical reviews. A bad review is the nightmare of every author. Who wants to read that the book is crap? Authors have a very deep, almost personal connection to their stories. You’d imagine that during writing, a very close relationship with the main characters develops and continues to evolve the fate and the stories of these characters in every spare second. It’s rather hard to explain to outsiders how much an author depends on the process, puts it into the heart and the soul in the truest sense. But for all the empathy, it’s just one opinion of many, and the tastes are different after all. What I can understand is when an author doesn’t want to be understood and is annoyed. No, I don’t want to subject any bloggers or critics to write sweeping reviews  and I think most will write detailed and fair reviews.


Fortunately I’ve stayed spared from bad reviews so far. But my worst experience with a blogger was the following: I wrote to that lady, after I had read that they reviewed historical novels with “unusual plot locations”. “Wonderful,” I thought to myself, I’ve got a historical novel with an unusual plot location, pretty little Estonia. Then she wrote me back, and I’ve rarely pitied someone like this lady. “Dear Ira ,” she answered. “ ... I don’t like something like that and I’m not interested in Russia either. I hope you’re not angry, but I don’t want to read such books, because I don’t think you want a bad review just because I’m not so interested in the topic. That’s what I want to avoid.” All right, Estonia is Russia ... Maybe I should have slept during geography lessons, too. She told me that she had an aversion to people coming from “those countries”. Now my question: How much tolerance does it take for intolerance and racism? If she advertises on her blog to read “novels with unusual plot places,” she’d better open the window and let the fresh air of 21 century in. Her bad review would have been interesting to read.


I’m both, blogger and author. After my experience I’d like to give authors the opportunity to present themselves and their work , and implement what I’ve written in this post. I think still further to the respective family and think it's time to meet the indicative spirit. It’s time to support.

Source: http://iraebner.blogspot.de

Von Autoren und Bloggern

Neulich bin ich auf den Beitrag einer Bloggerin gestoßen, der mich sehr angesprochen hatte, da ich noch nicht lange dabei bin. Es war gut und wichtig zu erfahren, was „hinter den Kulissen“ der Bloggerwelt geschieht, aber ich meine, es läuft überall gleich ab, egal ob in Unternehmen, oder in größeren Gruppenzusammenschlüssen. Ich wurde jedenfalls nicht abgeschreckt, weil ich mich lieber an den positiven Beispielen halte. Auch als Autorin, und ich kann einiges erzählen.

 

Mir ist an dem Beitrag aufgefallen, dass die Verfasserin an die „große Familie“ glaubt. Daran glaube ich auch.  Der Idealzustand wäre, dass es Zusammenhalt, Solidarität und Kollegialität gibt und dass wir ehrlich, respektvoll und kooperativ miteinander umgehen und einander unterstützen. Der Beitrag spricht beide Seiten an, Blogger wie auch Autoren. Und da ich auf beiden Seiten bin, darüber blogge, was ich kaum in meinen Büchern unterbringe, erlebe ich fast täglich lustige und schöne Dinge, aber auch Seltsames. Auf die Gefahr hin, dass ich mir einen Schiefer einziehe, aber auch mit dem Gefühl, dass ich vielleicht auch einigen aus der Seele spreche, schreibe ich darüber.

 

Aus der Sicht der Autorin, das bin ich länger, kann ich auf vieles zurückblicken. Ich habe großartige Freunde, die ebenfalls schreiben und zu denen ich einen guten und herzlichen Kontakt habe. Es ist schön, Gedanken, Ideen, Feedback und Tipps auszutauschen, sich gegenseitig zu helfen und sich mit jemandem darüber zu unterhalten, wie sich der neue Roman entwickelt. Mit wem kann man das sonst und von wem fühlt man sich sonst bestens verstanden? Ich habe auch Freunde, die zwar keine Autoren sind, die mir aber zur Seite stehen, wohlmeinend kritisch sind und die ich im Zweifelsfall nach ihrer Meinung fragen und um Unterstützung bitten kann, wenn es um Fakten oder um die Richtigkeit eines Namens, oder die Aussprache eines Wortes geht. Zum Glück, und damit bin ich gesegnet.

 

Ich möchte die „große Familie“ für die  Autorenwelt zitieren, denn das Wort „Familie“ hat etwas. Man fühlt sich zugehörig, ist ein Teil einer Gemeinschaft, die ihr eigenes Interesse hat. Das Interesse der Familie der „kleineren“ Autoren – also wir alle, die ihre Werke in keinem großen Publikumsverlag untergebracht haben und entweder einen kleinen Verlag haben, oder zu den Self-Publishern gehören – sollte ein gemeinsames sein, sprich, einen anderen Weg zu gehen und frei zu sein mit unserer Kreativität. Dieser andere Weg ist nicht der bequemste, der Autor macht alles selbst, geht zur Presse, geht in die Buchläden, teilt auf Facebook, ist in den sozialen Netzwerken, schreibt Blogs an und organisiert seine Lesungen. Ich kenne auch die Gruppen in den sozialen Netzwerken, die auf einer wohlmeinenden Idee eines Autors beruhen, sich gegenseitig zu unterstützen, aber dabei kommt kaum etwas raus und so plant man seine nächste Lesung wieder selbst. Der Wille zur Familie wäre da, aber leider verläuft er sich oft im Sand. Verlässt man sich zu sehr darauf, dass es einer richten wird? 

 

Die Zusammenarbeit. Ich habe nirgends gehört, dass es unter Autoren eine Regel gibt, gegeneinander zu arbeiten. Aber leider habe ich es erlebt. Kann es sein, dass ein gewisses Konkurrenzdenken einsetzt, wenn es um die Qualität der Rezensionen und um die Anzahl der Buchverkäufe geht? Gibt es ein Sektiererdenken, das sich auf die jeweiligen Genres beschränkt? Im Gegenteil, es freut mich, wenn Männer meine Bücher lesen – und sie ihnen auch noch gefallen. Aber ich denke nicht in diesen Genres und packe die Kolleginnen und Kollegen in Schubladen. Ich ziehe auch keine Grenzen, denn das ist kontraproduktiv. Vielleicht liegt es aber auch an der Oberflächlichkeit des Geschäfts, und so ist es in jedem Bereich, wo Menschen kreativ tätig sind, egal ob im Film, auf der Theaterbühne, in der Kunst oder in der Mode. Schade. Manche Kolleginnen wie auch Kollegen haben einen riesigen Mitteilungsdrang, posten unentwegt Eigenwerbung und jede einzelne Rezension. Schön, eine Rezension, und noch erfreulicher, wenn sie mit 5 Sternen daherkommt. Wenn Autor X seinen neuen Roman veröffentlicht hat, völlig in Ordnung und da kann man nur viel Erfolg wünschen. Aber Angeber und Dauerwerbesendungen sind nicht immer und überall beliebt. Wen wundert es, wenn Eigenwerbung in vielen Foren nicht mehr erwünscht ist? Ich kann es nachvollziehen.

 

Ein besonderer Absatz ist mir im Beitrag der Bloggerin noch aufgefallen. Sie schreibt von der anderen Seite der Medaille, von den Autoren gegenüber den Bloggern. Was ich gelesen habe, hat mir ein Kopfschütteln abgerungen. Peinlich, wenn Autoren Blogger beleidigen und beschimpfen, weil sie eine schlechte Rezension bekommen, oder weil sie die Antwort bekommen, dass Blogger A keine Zeit habe, das Buch zu lesen. Vielleicht prallen hier gegensätzliche Vorstellungen aufeinander?

 

Ich will vorwegnehmen, dass mir dank der Zusammenarbeit mit Bloggern andere Möglichkeiten offen standen und ich neue Leser gewonnen habe. Ich habe nette und interessante Kontakte zu Bloggern und schätze sie sehr. Es geht über Rezensionen und Interviews hinaus. Ich hatte eine Wohnzimmerlesung bei einer Bloggerin zu Hause, die bei allen gut ankam. Die Atmosphäre war gelöst, dadurch entwickeln sich ungezwungenere Gespräche und man lernt wieder neue Leute kennen. Solche Ideen sollten weiterleben, weil es mehr als das Gewohnte braucht, nämlich Kreativität und Individualität. Ich weiß aber auch, dass es heutzutage schwerer geworden ist, ein Publikum zu gewinnen. Entweder regnet es, scheint die Sonne, es ist Sonntag oder Montag, Champions‘ League, WM, Olympia oder Bequemlichkeit – ja, wie motiviere ich jemanden? Meine Anerkennung für diejenigen, die trotzdem weitermachen und an ihre Ideen glauben.

 

Als ich gelesen hatte, dass Blogger von Autoren beleidigt werden, erinnerte ich mich an den Fall einer anderen Bloggerin aus dem vergangenen Jahr. Ich hatte auf Facebook mitbekommen, dass sie aufhören wollte, weil sie wegen kritischer Rezensionen von Autoren beschimpft wurde. Eine schlechte Rezension ist der Alptraum eines jeden Autors. Wer möchte schon dechiffriert lesen, dass das Buch Mist ist? Autoren haben einen sehr tiefen, fast schon persönlichen Bezug zu ihren Romanen. Man muss sich vorstellen, dass während des Schreibens eine sehr enge Beziehung zu den Hauptfiguren des Werks entsteht und sich das Schicksal und die Geschichten dieser Figuren in jeder freien Sekunde weiterentwickeln. Es ist für Außenstehende wohl schwer zu beschreiben, wie sehr ein Autor daran hängt, im wahrsten Sinne sein Herzblut hineinlegt. Aber bei aller Empathie, es ist eine Meinung von vielen und die Geschmäcker sind nun einmal unterschiedlich. Was ich nachempfinden kann ist, wenn ein Autor nicht verstanden werden will und sich darüber ärgert. Nein, ich will keinem Blogger oder Kritiker unterstellen, Pauschalurteile zu fällen und ich denke, die meisten werden ausführliche und gerechte Kritiken schreiben.

 

Ich bin glücklicherweise von schlechten Rezensionen verschont geblieben. Aber mein negativstes Erlebnis mit einer Bloggerin war folgendes: Ich habe die Dame angeschrieben, nachdem ich gelesen hatte, dass sie historische Romane mit außergewöhnlichen Handlungsorten rezensiert. „Wunderbar“, dachte ich mir, ich habe einen historischen Roman mit einem außergewöhnlichen Handlungsort, nämlich Estland. Dann kam die Antwort, und ich habe selten so viel Mitleid mit jemandem empfunden als mit dieser Dame. „Liebe Ira“, schrieb sie mir zurück. „… Leider gefällt mir so was nicht und mit Russland habe ich leider auch nicht viel am Hut. Ich hoffe du bist nicht böse, aber ich möchte die Bücher nicht lesen, denn ich glaube auch nicht dass du eine schlechte Kritik möchtest nur weil mich das Thema nicht so interessiert. So was möchte ich auf alle Fälle vermeiden.“ Alles klar, Estland ist Russland. Vielleicht hätte ich auch in Erdkunde schlafen sollen. Sie erklärte mir, sie habe eine Abneigung gegenüber Menschen aus „diesen Ländern“. Nun die Gegenfrage, wieviel Toleranz muss man gegenüber Intoleranz und Rassismus zeigen? Wenn sie auf ihrem Blog dafür wirbt, „Romane mit außergewöhnlichen Handlungsorten“ zu lesen, sollte sie einmal das Fenster öffnen und die frische Luft des 21. Jahrhunderts hereinlassen. Die schlechte Kritik, die sie mir angekündigt hatte, wäre jedenfalls sehr  interessant gewesen, aber damit hätte sie sich endgültig ins Aus manövriert.

 

Ich werde beides sein, Bloggerin und Autorin. Aus der Erfahrung heraus möchte ich Autorinnen und Autoren die Chance geben, sich und ihre Werke vorzustellen, und umsetzen, worüber ich in diesem Beitrag geschrieben habe. Ich glaube dennoch weiter an die jeweilige Familie und denke, es ist an der Zeit, entgegen des unverbindlichen Zeitgeists, füreinander etwas zu tun.

Source: http://iraebner.blogspot.de