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Ira

Ira's Blog

My favourite books and the books I write. And the daily life.

Die Bücher, die ich lese. Die Bücher, die aus meiner eigenen Feder stammen. Das tägliche Leben.

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Nur noch ein Monat, bis "Cold Britannia" an den Start geht. Der Roman über den Britischen Bergarbeiterstreik 1984/85. Ein Hauch von 80er-Retro, Gefühlsturbulenzen und große Szenen, die in die Geschichte eingingen.

Hier stelle ich euch die zweite Leseprobe aus "Cold Britannia" vor. Wir befinden uns im Juni 1984 und die "Battle of Orgreave" ist in vollem Gang."

Heute in genau einem Monat ist Erscheinungstermin! Ihr kennt den ersten Snippet. Der Streik beginnt und die Regierung rüstet sich mit Polizei und Sondereinheiten gegen die Kumpels. Wirtschaft und Medien fahren ebenfalls scharfe Geschütze gegen die Gewerkschaft und die Streikenden auf. Die Regierung lässt Kohle aus dem Ausland (auch aus dem damals kommunistischen Polen) importieren.

Ein Höhepunkt ist die Besetzung der Kokerei Orgreave, wo die importierte Kohle ankommt. Es ist ein heißer Tag im Juni 1984. Ich erzähle die gesamte Szene aus der Perspektive von Phyllis und Christopher auf der einen Seite, sowie Hester und James auf der anderen. Hier ein Ausschnitt - komplett ab dem 01. Januar.

 

  Die Berittenen trieben die ersten Reihen auseinander. Hester hörte, wie Knüppel gegen Knochen prallten. Staub wirbelte auf. Sie suchte James‘ Hand, und gleichzeitig fasste sie ihren ganzen Mut zusammen. Schultern und Ellenbogen stießen sie, und sie schaltete wie auf ein anderes Programm um. Die Hubschrauber, die Sirenen, das Gebrüll, es zog an ihr vorbei. Lange Stöcke, Kinnriemen, schwarze Monturen, Handschuhe, Schilder. Ein Ziegelstein flog. Milchflaschen zerbarsten auf Schildern. Brocken und Scherben zu Hesters Füßen. Sie wünschte sich, sie hätte ihre Stiefel angezogen. Wegen der Hitze hatte sie es nicht getan.

James versuchte, sie mit seinem Körper zu schützen, als jetzt auch die Schlägertrupps Reihe für Reihe auseinandertrieben. Ein Mann riss Hester beinahe mit, als er unter den Knüppeln zu Boden sank. Er pinkelte in die Hose. James fing Hester auf und drückte sie fest an sich. Er bückte sich, hob die Splitter eines Ziegelsteins auf und steckte sie ein. Hester spürte einen Schubs in ihrem Rücken. Sie drehte sich um. Vor ihr hob jemand den Knüppel. Die Zeit hielt an. Hester wollte rennen, doch ihre Beine bewegten sich nicht. Er zögerte, senkte den Arm und wandte sich ab. Ein dumpfer Schlag, einer von vielen, die nächsten Salven. Irgendwo klirrte eine Fensterscheibe.

Pferde wieherten und bäumten sich auf. Ihre Reiter bändigten sie und zogen an den Zügeln. Schaum lief den Pferden aus den Mäulern und spritzte umher. Das Hufgetrappel kam näher. Hunde bellten. Männer schrien, strauchelten, gerieten unter die Hufe. James griff in die Tasche und warf die Ziegelbrocken auf die Reiter.

„Jetzt lauf so schnell du kannst!“, rief er Hester zu.

...

 
 

Wenn Menschlichkeit zu Kälte wird, Recht zu Unrecht und der Staat zum Feind …

Als im Frühjahr 1984 die britische Regierung die landesweite Schließung der Kohlebergwerke bekannt gibt, ruft die Gewerkschaft zum Streik auf. Auch die Kumpels der „Umbrage“-Zeche in Nordengland legen die Arbeit nieder und folgen ihrem Anführer James Thornton, genannt Red Jim. In seinen eigenen Reihen gibt es Verrat und Abtrünnige, die seinen Kampf für die Bergleute erschweren. Mehr als eine Verbündete in der gemeinsamen Sache ist ihm die eigensinnige Hester.

Mit der Journalistin Phyllis Bundle und dem Wirtschaftsboss Alan Delaney hat James einflussreiche Feinde.

Bald kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht und der Streik wird zu einem langandauernden Konflikt, der das Land spaltet und den nur eine Seite gewinnen kann.

 

 

Source: http://iraebner.blogspot.de/2015/12/die-battle-of-orgreave-leseprobe-2-cold.html